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Umweltmanagementbeauftragter Jan Engelbrecht im Interview

LWL-Kliniken Bochum und Herten auf EMAS-Kurs

Die Umweltbetriebsprüfungen in den Kliniken Bochum und Herten stehen Ende Januar an und die Audits Ende März. Wir wollen von unserem Umweltmanagementbeauftragten Jan Engelbrecht wissen, was bis dahin alles erreicht wurde, was noch zu bewältigen ist und wie die Mitarbeitenden mitwirken können.

Was haben die beiden Kliniken seit Einführung von EMAS bereits geschafft?

Wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, bin ich wirklich stolz darauf, was wir gemeinsam erreicht haben. Wir haben EMAS nicht nur eingeführt, sondern tatsächlich in unseren Klinikalltag integriert. Zum ersten Mal haben wir alle zentralen Umweltaspekte systematisch erfasst – von Energie und Abfall über Wasser bis hin zu Gefahrstoffen. Dadurch ist eine Transparenz entstanden, auf deren Basis wir heute deutlich zielgerichteter Entscheidungen treffen können.

Ganz konkret hat sich zum Beispiel vor allem bei den wiederkehrenden Prüfpflichten viel getan. Wir haben das System grundlegend verbessert, sodass wir heute genau wissen, welche Anlage wann geprüft werden muss und wie die Dokumentation aussieht. Das sorgt dafür, dass unsere Technik verlässlicher und effizienter läuft.

Auch im Umgang mit Gefahrstoffen haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wir haben unsere Lagerstrukturen überprüft, optimiert und vereinheitlicht – dadurch arbeiten wir sicherer, übersichtlicher und regelkonform.

Gleichzeitig haben wir wichtige Zukunftsthemen auf den Weg gebracht. Beim Neubau des GPZ in Herten sind eine Dachbegrünung, eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe geplant. Damit entsteht ein Gebäude, das von Anfang an nachhaltig gedacht ist und unsere Umweltziele langfristig unterstützt.

Kurzum: Wir haben eine solide Basis gelegt, zentrale Prozesse verbessert und Zukunftsprojekte gestartet, die uns in den nächsten Jahren deutlich voranbringen werden.

Welche Maßnahmen müssen bis zum nächsten Audit umgesetzt sein?

Ein Audit ist kein Selbstzweck – es hilft uns, auf Kurs zu bleiben. Bis zum nächsten externen Audit-Termin stehen vor allem folgende Punkte an: Wir müssen unsere wesentlichen Umweltaspekte aktualisieren und die zugehörigen Maßnahmenpläne weiter konkretisieren. Außerdem aktualisieren wir unsere Umwelterklärung – dafür erfassen und analysieren wir derzeit die entsprechenden Umweltdaten.
Darüber hinaus brauchen einige unserer Umweltziele sichtbare Fortschritte, etwa beim Energieverbrauch oder bei den CO₂-Emissionen. Das Gute ist: Viele dieser Arbeiten laufen bereits, so dass das Audit eher ein Zwischenstopp wird, an dem wir zeigen können, wo wir stehen.

Was bringt EMAS den Mitarbeitenden?

Ich sage immer: EMAS ist kein Bürokratiemonster, sondern ein Werkzeug, das uns das Arbeiten erleichtert – wenn wir es richtig nutzen.

Für Mitarbeitende bedeutet EMAS vor allem mehr Klarheit in Prozessen. Viele Abläufe werden einfacher verständlich und sicherer, gerade im Umgang mit Chemikalien, Medikamenten oder Abfällen. Gleichzeitig schafft EMAS Raum, Themen anzusprechen, die schon lange stören – von unnötigem Energieverbrauch bis hin zu komplizierten Entsorgungswegen.
Wichtig ist mir auch: Wir zeigen, dass Umwelt- und Klimaschutz im Gesundheitsbereich möglich ist – und dass wir als Team Verantwortung übernehmen können.

Wie können sich Mitarbeitende konkret beteiligen?

Es gibt mehrere einfache Wege, sich einzubringen – ganz ohne große Zusatzaufgaben:

Mitarbeitende können Hinweise geben, wenn etwas nicht rund läuft. Solche Beobachtungen sind extrem wertvoll, weil sie uns helfen, gezielt Verbesserungen umzusetzen.

Außerdem können Kolleg:innen als Multiplikator:innen aktiv werden. Wir binden diese Personen enger ein, beispielsweise über regelmäßige kurze Austausch-Runden. Sie tragen Umweltaspekte in die Teams und gestalten das Umweltmanagement aktiv mit. Bei Interesse kann man hier gerne auf Herrn Mikkin, Frau Hofmann oder mich zukommen.

Und natürlich helfen viele kleine alltägliche Verhaltensweisen – Licht ausschalten, Geräte richtig herunterfahren, Wasser sparen. Das klingt banal, macht aber in der Summe einen großen Unterschied.

Kurz gesagt: Jede:r kann mitmachen – niedrigschwellig und ohne großen Mehraufwand.

Was hat Sie motiviert, sich für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit zu engagieren?

Mich motiviert, dass wir als psychiatrische Klinik für Fürsorge stehen. Dazu gehört für mich auch ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt. Gleichzeitig war schon so viel Engagement in den Teams vorhanden – mir war es wichtig, dieses Engagement sichtbar zu machen und in eine klare Struktur zu bringen.

Ich habe schnell gemerkt, wie viele praktische Verbesserungen ein gutes Umweltmanagement ermöglicht: mehr Sicherheit, klarere Abläufe und weniger Risiken. Das motiviert auch deshalb, weil es direkt den Mitarbeitenden und letztlich auch unseren Patient:innen zugutekommt.

Bild: Jan Engelbrecht ist seit 2024 Umweltmanagementbeauftragter des LWL-Universitätsklinikums Bochum und der LWL-Klinik Herten. (Bild: LWL/Rosa Sommer)

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Ambulanz-Schild auf dem Gelände des LWL, davor steht eine Person.