Behandlungsangebote
Grundsätzlich behandeln wir Patientinnen und Patienten mit allen Erkrankungen aus dem psychosomatischen Fachgebiet. Mit unseren allgemeinen und spezifischen Behandlungsmöglichkeiten sind wir in der Lage, das gesamte Fachgebiet der Psychosomatischen Medizin kompetent abzudecken.
Als Universitätsklinik sehen wir uns in der besonderen Verantwortung, auch seltenere oder schwierigere Krankheitsbilder zu diagnostizieren und zu behandeln. Dabei greifen wir auf langjährige klinische und wissenschaftliche Erfahrungen zurück und stehen stets in engem Austausch mit anderen nationalen und internationalen Einrichtungen auf diesem Fachgebiet.
Darüber hinaus ergeben sich in unserer Klinik Behandlungsschwerpunkte, die nicht zuletzt mit unserer Forschungstätigkeit in Zusammenhang stehen. Sie finden sich auch auf den Stationen in den spezifischen Behandlungssettings und in der Ambulanz in den Spezialsprechstunden und gruppenpsychotherapeutischen Angeboten repräsentiert. Bei diesen Behandlungsschwerpunkten handelt es sich um:
Essstörungen
Wenn Nahrung oder der Verzicht auf Nahrung dazu benutzt wird, Gefühle zu unterdrücken oder Konflikte zu vermeiden, so ist dies oftmals der erste Schritt zu einer ernsthaften Essstörung.
Essstörungen sind nicht selten eine Antwort auf Überforderung, innere Leere oder die Angst vor Nähe, eine Antwort auf Ärger oder manchmal sogar auf Freude. Essstörungen können unterschiedliche Ausprägungen haben.
Traumafolgestörungen
Menschen leiden nach traumatisierenden Erfahrungen oft unter quälenden Symptomen, die deren Leben stark beeinträchtigen: innere Bilder des Traumas, erhöhte Anspannung und die Vermeidung von Situationen, die an das Trauma erinnern. In der traumatischen Situation selbst fühlen sich die Betroffenen meistens hilflos und ausgeliefert. Auch die Symptome in der Folge des Traumas drängen sich oft auf und sind nur schwer zu kontrollieren. Zentraler Teil der Therapie ist daher der innere Wechsel vom chronischen Gefühl des Opfers hin zu einer aktiven Position. „Mit mir nicht mehr“ ist ein zentraler Satz der Therapie, die oft in drei Phasen verläuft.
Verhaltenssüchte
Es geht für die Betroffenen darum, den Weg in die Realität des eigenen Körpers, seiner Umwelt und vor allem die unmittelbare Nähe zu anderen Menschen (wieder) zu finden.
In Deutschland sind mehr als 500.000 Menschen von Internetabhängigkeit betroffen. Dabei geht es ganz besonders um das Abtauchen in Online-Spielwelten, Cybersex und sozialen Netzwerken. Wer vom Internet abhängig ist, leidet häufig auch unter Depressionen, sozialen Ängsten oder Störungen von Aufmerksamkeit und Aktivität.
Chronische Schmerzstörungen
Viele Patientinnen und Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, kennen psychosomatische Zusammenhänge: Schmerzen können das Auftreten depressiver Symptome begünstigen, umgekehrt beeinflusst die Stimmung die Schmerzschwelle und das Schmerzerleben. Ängste und katastrophisierende Gedanken verstärken die Schmerzwahrnehmung und können eine angemessene Aktivierung im Alltag erschweren. Aber auch ein übermäßiger Durchhalte-Appell mit anhaltendem Nicht-Beachten eigener Belastbarkeitsgrenzen stellt einen Risikofaktor für eine Schmerzchronifizierung dar. Mit unserer Behandlung möchten wir die Lebensqualität verbessern, die Selbsthilfefähigkeiten stärken und eine Schmerzlinderung erreichen.
Krankheitsbilder allgemein
Alle Krankheitsbilder, die in das Fachgebiet der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie fallen, werden in unserer Klinik behandelt. Hierzu gehören nicht nur körperliche Beschwerden, die auf psychische Ursachen zurückzuführen sind, sondern auch psychische Störungen, die im Zuge der Krankheitsbewältigung von schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen auftreten.
In unser Fachgebiet fallen aber auch vornehmlich psychische Störungen wie beispielsweise Depressionen, Angststörungen und Zwangserkrankungen, die psychotherapeutisch behandelt werden können.
Ambulant
Termine in unserer allgemeinen Sprechstunde können telefonisch vereinbart werden. Patienten mit Krankheitsbildern, die nicht einer der Spezialsprechstunden zuzuordnen sind, werden in unserer allgemeinen Sprechstunde vorgestellt. Hier findet zunächst eine ausführliche Diagnostik statt, um anschließend eine fundierte Therapieempfehlung geben zu können. In der Ambulanz werden vor allem gruppentherapeutische Behandlungsangebote vorgehalten. Hierzu gehören beispielsweise eine Gruppe für Menschen mit körperlichen Beschwerden, Interaktionelle Gruppentherapie sowie eine Achtsamkeitsgruppe.
Station und Tagesklinik
Menschen mit psychosomatischen Beschwerden, Depressionen, Angststörungen oder andere psychischen Erkrankungen können auf einer der beiden Stationen in unserer Klinik vollstationär oder tagesklinisch (teilstationär) behandelt werden. Die (teil-)stationäre Behandlung erfolgt im Sinne eines multimodalen Konzepts: Die Therapie in interaktionellen Psychotherapiegruppen wird durch spezifische verhaltenstherapeutische Gruppen sowie körper- und kunsttherapeutische Angebote ergänzt. Zudem erhalten die Patienten regelmäßig Einzelgespräche. Die Aufnahme wird über die allgemeine Sprechstunde der Ambulanz in die Wege geleitet.