Wie sage ich´s den Eltern?
Tobi Katze liest aus seinem Buch und begeistert
Der Wahl-Bochumer Tobi Katze ist Autor und Poetry Slammer. Und depressiv. Nicht immer, und man kann es auch nicht von außen sehen. Es ist mehr innen drin. Und nein, er ist nicht immer traurig. Vielleicht helfen Medikamente, aber nimmt man die nicht nur, wenn es einem richtig schlecht geht? Und wie und vor allem wann erklärt man seinen Angehörigen, was es mit der Erkrankung Depression auf sich hat? Anlässlich des einjährigen Bestehens des Büchercafés hatte das LWL-Universitätsklinikum Bochum kurz vor Weihnachten zu einer ganz besonderen Lesung eingeladen. Mit Tobi Katze, der diese und andere Themen aus seinem Buch vorstellte. Wortgewaltig, berührend, augenzwinkernd und sehr nahbar.
„Morgen ist leider auch noch ein Tag. Irgendwie hatte ich von meiner Depression mehr erwartet““ heißt sein Buch, aus dem er eine Stunde lang vor vollem Saal mit viel Ausdruckskraft und Emotionen vorlas. Duschen, weil man das so macht, Therapie im Gewächshaus, Kochen im Bett und kein westfälischer Geburtstag ohne Kuchen – Tobi Katze nahm das Publikum mit auf eine Reise durch (s)eine autofiktionale Krankheitsgeschichte. Und so war dann auch die Resonanz:
„Ich fand das sehr interessant, weil ich mir nie richtig vorstellen konnte, wie sich so eine psychische Erkrankung anfühlt“, sagte ein junger Besucher.
„In meiner Familie ist jemand an Depression erkrankt und ich beschäftige mich mit dem Thema. Ich möchte nicht die falschen Fragen stellen, aber doch Interesse und Bereitschaft zeigen“, erzählte eine andere Zuhörerin.
„Als er vom Gespräch mit seinen Eltern erzählt hat, hatte ich fast Pipi in den Augen“, ergänzte eine Betroffene.
Lesen bildet und bereichert
Dass Lesen bildet, bereichert und verbindet und sogar in andere Lebens-Welten entführen und neue Perspektiven vermitteln kann, steht daher außer Frage. Auch für die Besuchenden des Bücher-Cafés, denen dank einer großzügigen Privatspende seit Eröffnung vor einem Jahr 390 Bücher aus den Genres Roman, Krimi, Thriller, Fremdsprachiges, Sachbuch und Manga zum Ausleihen bereit stehen – kostenlos für 14 Tage ein Buch. Zusätzlich kann im Café gemeinsame Zeit verbracht, bei Kaffee und Gebäck, lesend, plaudernd, schweigend oder spielend. Ermöglicht wird dies durch ein engagiertes Team aus Mitarbeitenden und Patient:innen.
Öffnungszeiten des Bücher-Cafés:
Montag, 14-16 Uhr
Donnerstag, 14-16 Uhr
Freitag, 15-16 Uhr
Weitere Infos: https://uk-bochum.lwl.org/de/kultur-engagement/buchercafe/
Bild 1:
Wortgewaltig und sehr nahbar: Tobi Katze auf seiner Lesung im LWL-Universitätsklinikum Bochum. (Bildnachweis: LWL/Rosa Sommer)
Bild 2:
Die Lesung hat begeistert: Tobi Katze (Mitte) gemeinsam mit dem Organisationsteam des Büchercafés. (Bild: LWL/Büchercafé)