Was ist TikTok?
TikTok ist eine App, in der Benutzer:innen Videos aufnehmen, teilen und schauen können. Die App ist aktuell sehr beliebt und bei vielen Kindern und Jugendlichen in täglicher Benutzung.
Die Videos sind meistens sehr kurz und zeigen Inhalte wie Tanzbewegungen, Outfit-Inspirationen, Kochanleitungen und noch Zahlreiches mehr. Die App hat viele Tools, mit denen Videos bearbeitet werden können, wie Musik hinzufügen oder lustige Effekte verwenden.
Wie auch bei anderen Plattformen im sozialen Netz ziehen fesselnde Inhalte die Nutzer:innen in ihren Bann, so dass sie sich schwer vom Smartphone lösen können. Das Besondere an TikTok liegt darin, dass die Anzeige von Videos nicht primär auf den Accounts basiert, denen man folgt – im Gegensatz zu Plattformen wie Facebook oder Instagram. Stattdessen präsentiert TikTok Empfehlungen von anderen User:innen, die den persönlichen Interessen entsprechen könnten, auf der sogenannten „For you Page“ (FYP). Hier liegt die Herausforderung: Bevor man es bemerkt, hat man zahlreiche Clips angesehen und dabei völlig das Zeitgefühl verloren. Was mit wenigen Videos beginnt, kann schnell zu einer Vielzahl werden, und ehe man es sich versieht, sind zwei Stunden verstrichen.
Diese Flut an Videos führt dazu, dass Expert:innen nicht direkt von einer Sucht sprechen, sondern die Begriffe „Übernutzung“ oder „problematische Nutzung“ verwenden, die einem süchtigen Verhalten sehr ähnlich sind.
Gefahren von TikTok
- Der Algorithmus macht süchtig: 15- bis 60-sekündige Clips erzeugen Reize, die das Gehirn stimulieren. Das Gehirn nimmt die kurzen Videos als Belohnung wahr und stößt das Glückshormon Dopamin aus. Wie mit leckerem Essen, das besonders fettreich, zuckerhaltig oder salzig ist, wollen wir mehr. Auf diese Reaktion setzt TikTok mit sogenanntem „Sticky Content“, also kurzen spannenden Inhalten, die leicht zu verstehen sind.
- Einmal in der Bubble fällt es schwer, sich von Themen wie zum Beispiel Essstörungen zu lösen. Der Algorithmus sorgt dafür, dass einem immer mehr Videos zu einem bestimmten Video angezeigt werden, die einen interessieren oder betreffen. Es kann also sein, dass, wenn man beispielsweise zu einer Essstörung wie der Magersucht neigt, einem Videos angezeigt werden, die diese Thematik vertiefen. Dies kann sowohl aufklärend und hilfreich sein, jedoch auch dazu führen, dass man immer tiefer in die Bubble abrutscht und im Extremfall nur noch Videos über Kalorien und „Abnehmtipps“ sieht.
- Sozialer Druck sorgt für Bodyshaming – nicht nur bei Übergewicht und Untergewicht. Wie auch bei anderen sozialen Medien führt TikTok dazu, dass man sich mit anderen vergleicht. Dies kann den Selbstwert gefährden und den sozialen Druck verstärken.
- Sitzender Lebensstil: Längere Nutzungsdauer von sozialen Medien, einschließlich TikTok, kann zu einem sitzenden Lebensstil beitragen, der mit verschiedenen Gesundheitsproblemen verbunden ist.
- Schlafstörungen: Die Nutzung von TikTok, besonders vor dem Schlafengehen, kann den Schlaf stören, was sich negativ auf die physische Gesundheit auswirken kann.
- Informationsqualität: Nicht alle Gesundheitsinformationen auf TikTok sind von Expert:innen geprüft, was zu Fehlinformationen und potenziell schädlichen Praktiken führen kann.
Diese Beispiele zeigen die Gefahren von TikTok. Verbringt Ihr Kind viel Zeit mit der App, sollten Sie überlegen, ob dies eventuell reduziert oder komplett vermieden werden sollte. Falls es schwerfällt, TikTok sofort zu deinstallieren, gibt es hilfreiche Tipps für einen bewussteren Umgang mit der App:
- Bewusst auf eigene Stimmung achten: Gefällt dir das, was du dir gerade ansiehst, oder ist es die pure Langeweile, die dich scrollen lässt?
- App vorübergehend deinstallieren: Um beispielsweise seinen Konsum unter der Woche einzuschränken, ist es möglich, die App – das gilt natürlich für alle Arten von Social Media-Plattformen – einfach zu deinstallieren. Der Account und Inhalt gehen dabei nicht verloren. Doch der Weg, die App wieder zu installieren, ist deutlich aufwendiger, als wenn man sie auf dem Home-Bildschirm hat und nur auf den Button klicken muss.
- Wecker stellen, Nutzung einschränken: Ob man sich nun einen Wecker stellt, der einen „wachrüttelt“ und erinnert, dass man nun genug Zeit auf TikTok & Co. verbracht hat, oder einfach direkt das Nutzungsverhalten einschränkt, indem man eine Zeitvorgabe für die App-Nutzung einstellt, ist jeder Person selbst überlassen. Sinnvoll ist beides. Wichtig ist jedoch, dass man sich dann auch an seine Fokus-Zeiten hält und nicht der Versuchung verfällt, die App zu checken.