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Psychische Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter

Der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter ist eine besondere Lebensphase. Viele psychische Erkrankungen treten erstmals nach dem 18. Lebensjahr im jungen Erwachsenenalter auf und äußern sich häufig zunächst durch unspezifische Beschwerden, Belastungsreaktionen oder Lebenskrisen.
Unser Track richtet sich an junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren.
Mit unserem Angebot möchten wir dabei unterstützen, psychische Beschwerden frühzeitig einzuordnen, mögliche Ursachen umfassend abzuklären und gemeinsam einen für Sie passenden Behandlungsweg zu planen.

Behandlungsrahmen

Je nach Krankheitsbild verbinden wir Ansätze verschiedener Psychotherapie-Richtungen zum Beispiel tiefenpsychologisch-psychodynamischer, verhaltenstherapeutischer und systemisch-familientherapeutischer Herangehensweisen. Die Therapieziele stellen etwas sehr Persönliches dar, so dass sich auch die Behandlung an individuellen Bedürfnissen orientieren muss.

Zu unserem Behandlungskonzept gehört es, dass neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten zu Beginn der Behandlung eine Mitpatientin bzw. ein Mitpatient als „Patin/Pate“ zugeteilt wird – für Rückfragen zur therapeutischen Gemeinschaft auf der Station oder zu den Therapieangeboten.

Diagnostik

Vor Beginn der Behandlung findet ein ambulantes Gespräch statt. Dabei klären wir gemeinsam, ob eine weiterführende Diagnostik und Behandlung erforderlich ist und welche Behandlungsform für Sie geeignet ist.

Unser Behandlungsangebot betrifft das gesamte Diagnosespektrum von psychischen und Verhaltensstörungen und beginnt zunächst mit einer umfassenden und individuellen Diagnostik:

  • ausführliche psychiatrische und psychologische Diagnostik
  • verschiedene psychologische Testverfahren
  • sorgfältige körperliche Untersuchung, um organische Ursachen der Beschwerden auszuschließen
  • evtl. weitere Untersuchungen wie erweiterte Blutdiagnostik, bildgebende Verfahren des Gehirns, elektrophysiologische Untersuchungen (EEG), genetische Untersuchungen sowie – in Einzelfällen – eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquordiagnostik)

Behandlungsplan

Auf Grundlage aller Untersuchungsergebnisse entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan unter anderem mit

  • psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungsverfahren
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Ergo- und Gestaltungstherapie
  • Musiktherapie

Die Behandlung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen, Pflegefachkräften sowie Therapeutinnen und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen.
Je nach Untersuchungsergebnis erfolgt die Behandlung ambulant, teilstationär oder stationär. Nach Abschluss der Behandlung unterstützen wir Sie bei der Planung der weiteren Versorgung – entweder über unsere Institutsambulanz oder, wenn dies sinnvoller ist, durch eine wohnortnahe Weiterbehandlung.

Anmeldung

Wenn Sie an einer Therapie interessiert sind und klären möchten, ob eine ambulante, teilstationäre oder eine stationäre Behandlung für Sie in Frage kommt, melden Sie sich bitte in der Institutsambulanz und vereinbaren einen Termin zum Vorgespräch in unserer Ambulanz.

Telefon: 0234 5077-1190
E-Mail: adoleszenten_track1@lwl.org

Sie erhalten von uns per Post einige Fragebögen mit der Bitte, diese ausgefüllt an die Institutsambulanz zurückzuschicken. Die Fragebögen werden zunächst ausgewertet und dann in einem ambulanten Gespräch erörtert, so dass eine möglichst passende Empfehlung zur weiteren Behandlung ausgesprochen werden kann.

Bitte bringen Sie zum Gesprächstermin eine ärztliche Überweisung mit.

Borderline-Sprechstunde

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung spüren oft starke Gefühlsschwankungen. Sie neigen dazu, impulsiv zu reagieren und sich in unterschiedlichen Lebensbereichen risikoreich zu verhalten. Häufig haben die Betroffenen Angst, von nahestehenden Personen verlassen zu werden, können andererseits aber deren Nähe nicht zulassen. Die Borderline-Störung entsteht oft vor dem Hintergrund traumatischer Erfahrungen oder Verlusterlebnissen in der Kindheit. Sie geht bei Erwachsenen mit einem geringen Selbstwertgefühl, erhöhter Stressempfindlichkeit, innerer Anspannung, Leeregefühlen, Selbstverletzungen und Turbulenzen in Beziehungen einher. Fast immer besteht ein hoher Leidensdruck. In unsere Borderline-Sprechstunde kommen Patientinnen und Patienten, die entweder durch eine vorangehende voll- oder teilstationäre Behandlung ausreichend stabilisiert sind oder von einer nicht so schweren Form der Borderline-Persönlichkeitsstörung betroffen sind. Wir bieten Einzelgespräche zur Diagnostik und Therapie sowie Gespräche in Gruppen. Wir arbeiten nach dem Konzept der Dialektisch-behavioralen Therapie (DBT). Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen unseres gesamten Tracks 1. Wenn Sie sich als Betroffene(r) in der Therapie ausreichend sicher, ernstgenommen und angenommen fühlen, können Sie anfangen, sich selbst zu akzeptieren, Veränderungsbereitschaft zu entwickeln und verbindlich eine Veränderung Ihrer Probleme anzustreben.

Angebote

In der Borderline-Ambulanz werden diagnostische Einzelgespräche und mehrere Fertigkeiten- und Achtsamkeits-Gruppen wöchentlich angeboten. Im Fertigkeiten- oder Skills-Training geht es um das Finden und Einüben von individuell funktionierenden Skills, die hintereinander geschaltet (d.h. als „Skills-Ketten“) Stress verringern, Emotionen regulieren helfen und mehr Ausgewogenheit in Beziehungen bringen. Die Achtsamkeit gilt als „Mega-Skill“ zur Stress-, Emotions- und Beziehungsregulation und wird in Achtsamkeitsgruppen nachgespürt und eingeübt.

Kontakt

Wenn Sie an spezialisierter Diagnostik, Beratung und Gruppentherapie interessiert sind, melden Sie sich bitte telefonisch oder per E-Mail in unserer Sprechstunde.

Telefon: 0234 5077-1190

E-Mail: BoBo@lwl.org

Sprechstunde Akute Traumatisierungen

Bei einem Trauma erlebt ein Mensch eine lebensgefährliche Bedrohung, von der er oder andere Menschen betroffen sind. Beispiele für solche belastende Extremsituationen sind z.B. das Erleben oder Beobachten von schweren Unfällen, Überfällen, Kampfhandlungen, Folterung, Vergewaltigung oder anderen Verbrechen. Betroffene erfahren dabei selbst eine schwere Verletzung oder eine Bedrohung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit oder sind Zeuge eines solchen Geschehens.

Häufig treten Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit, Angst, Entsetzen und Verzweiflung direkt in Folge oder kurze Zeit nach dem traumatisch Erlebten auf. Zumeist setzen Symptome einer erhöhten psychischen Erregung ein wie z.B. erhöhte Schreckhaftigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und Wutausbrüche, Ein- und Durchschlafstörungen. Neben diesen Beschwerden kann bei manchen Menschen das traumatisch Erlebte zu einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung führen, bei der es zu einem ständigen Wiedererinnern und ungewollten Wiedererleben der traumatischen Situation kommt. Auch eine erhöhte Erregung, das Vermeiden von Situationen, die an das Trauma erinnern können, Ängste oder körperliche Anzeichen von Stress sowie der Rückzug aus sozialen Situationen sind mögliche Folgen.

Traumatische Erlebnisse können jeden treffen. Untersuchungen zufolge erleiden 5 bis 10 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens eine posttraumatische Belastungsstörung.

Doch nicht jeder, der ein traumatisches Erlebnis hatte, muss eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Viele Betroffene stabilisieren sich nach einer akuten Belastungsreaktion wieder relativ schnell. Daher muss im Einzelfall gut geprüft werden, welche Unterstützungsmaßnahmen sinnvoll sind und ob eine Therapie notwendig ist.

Angebote

Die Spezialsprechstunde für akute Traumatisierungen richtet sich vor allem an Menschen, die akut unter den Folgen einer traumatischen Belastung leiden. Das heißt, dass das traumatisierende Ereignis noch nicht lange zurück liegen sollte. Traumatische Ereignisse können beispielsweise sein: Überfälle am Arbeitsplatz, schwere Unfälle oder das Erleben von Gewalt. Unser Angebot wird insbesondere im Auftrag von Berufsgenossenschaften oder der Unfallkasse NRW oder ähnlichen Kostenträgern geleistet.

  • Entwicklung eines individuellen Therapieplans
  • Information über typische Reaktionen nach einem traumatischen Ereignis und Hinweise auf hilfreiche Verhaltensweisen zur Stabilisierung
  • Gruppen zum Erlernen von Stabilisierungsübungen
  • Reaktivierung von Ressourcen
  • Umgang mit sich aufdrängenden Erinnerungen und Gedanken an das Trauma
  • Einsatz von Entspannungsverfahren
  • Aktivierung von vorhandenen Ressourcen
  • Abbau von Vermeidungsverhalten
  • ggf. EMDR
  • bei Bedarf Beratung bezüglich längerfristiger ambulanter oder stationärer Therapie