Wenn Gaming zur Sucht wird
„Es ging nichts mehr ohne Handy oder PC.“
„In den Hochphasen hatte ich eine Bildschirmzeit von zehn Stunden am Tag“, erzählt Jonas Cioch aus Bochum. Was als Ablenkung in einer schwierigen Lebensphase begann, entwickelte sich bei dem 23-jährigen Studenten zu einer Sucht. „Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich es alleine nicht da rausschaffe“, sagt er. Seit rund einem Jahr besucht er eine Gruppentherapie für Mediensüchtige an der LWL-Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Bochum – und hat die Kontrolle über sein Leben zurückgewonnen.
Drei Fragen zu Mediensucht
Woran erkenne ich, ob ich mediensüchtig bin?
Nicht jede Online-Aktivität, die viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt, ist automatisch problematisch oder birgt Suchtgefahr. Entscheidend ist, ob sie zu Konflikten mit anderen Lebensbereichen führt oder übermäßig das Leben dominiert.
Was hilft gegen Mediensucht?
Digitale Süchte sind gut behandelbar. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hilft nachweislich dabei, problematische Nutzungsmuster zu erkennen, zu verändern und gesunde Strategien im Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Bei Kindern und Jugendlichen ist es zudem wichtig, die Eltern einzubeziehen und gemeinsam klare, alltagstaugliche Medienregeln zu entwickeln.
Welche Strategien unterstützen, wenn der Suchtdruck kommt?
Atemtechniken, Entspannungsübungen, Sport oder Puzzeln können helfen, wenn der Suchtdruck spürbar wird. Wichtig ist, den Impuls nicht sofort auszuleben, sondern sich bewusst abzulenken und die Zeit bis zum Nachlassen des Verlangens zu überbrücken. Auch ein fester „Notfallplan“ mit persönlichen Alternativen kann helfen, in solchen Momenten die Kontrolle zu behalten.
Spezielle Angebote der LWL-Kliniken bei Mediensucht
- zum Angebot der LWL-Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Bochum
- zum Angebot des LWL-Klinikums Gütersloh: Behandlung internetbezogener Störungen
- zum Angebot der LWL-Universitätsklinik Hamm: Cooldown-Programm
- zum Angebot des LWL-Klinikums für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dortmund
- zu OMPRIS, dem Online-Therapieangebot des LWL-Universitätsklinikums Bochum
In vielen weiteren Einrichtungen des LWL-Psychiatrieverbundes kann Internet-, Computerspiel- und Mediensucht im Rahmen von einzel- oder gruppentherapeutischen Angeboten behandelt werden.